Wieso ist das so?

Natur erklärt für Kinder

Schwarz-gelb gestreift ‒ Ein Kuckuck im Bienennest

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Heute gibt es die Auflösung vom Insektenrätsel, das wir letzte Woche veröffentlicht haben: Schwarz-gelb gestreift ‒ Was kann das sein?. Lina hüpft schon seit gefühlt mindestens zwei Wochen von einem Bein auf das andere und fragt: „Können wir nicht …?“, „Wann machen wir …?“, „Wann ist endlich …?“. Die gute Nachricht: Jetzt ist endlich. Tatatataaa … Das schwarz-gelb gestreifte Insekt ist eine Wespenbiene.

Eine Wespenbiene trinkt Nektar an weißem Steinklee.

Eine Wespenbiene trinkt Nektar an weißem Steinklee.

Und was sollen wir sagen? Gleich im ersten Kommentar letzte Woche kam die richtige Antwort. Denn Elke von Mainzauber hatte schon vermutet, dass es eine Wespenbiene sein könnte.

Wie die Wespenbiene zu ihrem Namen kam

Vielleicht kannst du dir denken, wie die Wespenbiene zu ihrem Namen kam. Es liegt an der Ähnlichkeit mit den Wespen. Wespenbienen haben fast keine Haare, haben eine Wespentaille und sind schwarz-rot, schwarz-gelb oder schwarz-rot-gelb gezeichnet. Es sind aber keine Wespen, es sind Bienen.

Unsere Wespenbiene hat schwarz-gelbe Streifen. Allerdings ist auch etwas rot dabei. Schau hier:

Unsere Wespenbiene ist von unten rötlich.

Unsere Wespenbiene hat eine rote Unterseite und die rote Farbe läuft auch noch ein bisschen in die schwarz-gelben Streifen hinein. Dabei ist der erste Ring an ihrem Hinterleib komplett schwarz-rot. Und siehst du die beiden roten Höckerchen zwischen ihren Flügeln?

Wespenbienen sind Wildbienen und leben alleine. Das heißt, sie bilden keinen Bienenstaat und machen daher auch keinen Honig. Fast alle Wildbienen leben einzeln. Deshalb nennt man Wildbienen auch häufig Solitärbienen.

Wespenbienen kommen fast überall auf der Welt häufig vor. Nur in Australien gibt es sie selten. In unseren Breiten sind etwa sechzig verschiedene Arten der Wespenbiene bekannt.

Es könnte sein, dass unsere Biene eine Wespenbiene ist, für die es keinen deutschen Namen gibt, nämlich eine Nomada zonata. Ob das stimmt, wissen wir allerdings nicht. Es ist sehr schwierig, die verschiedenen Wespenbienen-Arten auseinanderzuhalten. Vor allem auf Fotos und erst recht für einen Laien. Trotzdem gibt es einige Merkmale, die passen würden: Die Nomada zonata ist sechs bis neun Millimeter klein, hat zwei deutliche rote, manchmal auch gelbe, Höcker auf dem Rücken, der erste Ring an ihrem Hinterleib hat keinen gelben Fleck und wir haben sie Ende Juli gesehen.

Eine Nomada zonata hat zwei rote Höckerchen auf dem Rücken, zwischen ihren Flügeln. Unsere Nomada hat das auch.

Was Teddy weiß ‒ Ein Kuckuck im Bienennest

Alle Wespenbienen sind Kuckucksbienen. Das heißt, sie legen ihre Eier in die gemachten Nester anderer Bienenarten. Die Larve der Wespenbiene frisst dann entweder das Ei ihres Wirts ‒ also der anderen Bienenart ‒ oder tötet die Larve ab. Anschließend vertilgt sie die Vorräte, die eigentlich gar nicht für sie gedacht waren.

Fast alle Wespenbienen-Arten sind auf eine, manche auch auf zwei bestimmte Bienenarten spezialisiert. Nur dieser Bienenart legen sie ihre Eier ins Nest. Die Nomada zonata zum Beispiel legt ihre Eier in die Nester der Rotbeinigen Körbchen-Sandbiene und wahrscheinlich auch in die der Andrena congruens. Das ist auch eine Sandbiene. Man erkennt es am Gattungsnamen Andrena. Auch für die Andrena congruens gibt es keinen deutschen Namen. Der lateinische Gattungsname für Wespenbienen ist übrigens Nomada. Aber das hast du dir ja vielleicht auch schon gedacht.

Hier steckt die Nomada ihren Rüssel in eine Blüte des Weißen Steinklees.

Eine leckere, süße Portion Nektar an Weißem Steinklee.

Wir haben uns gefreut, als wir gelesen haben, dass die Nomada zonata nicht gefährdet ist. Denn das heißt, dass die beiden Sandbienen, bei denen sie schmarotzt, auch nicht gefährdet sind. Denn sonst würde die Nomada zonata ja keine gemachten Nester für ihre Eier finden.

Das ist das Los, das Kuckucksbienen haben. Wir nennen sie auch „Schmarotzer“ oder „Parasiten“ ‒ und nicht nur Wespenbienen sind Schmarotzer. Sie sind auf Gedeih und Verderb von ihrem Wirt, also der Bienenart, von der sie leben, abhängig. Verschwindet der Wirt, stirbt auch der Kuckuck aus.

Schau, die Nomada mag auch den Nektar von Graukresse.

Wusstest du, dass in unseren Breiten etwa sechshundert Wildbienen leben? Davon ist über die Hälfte gefährdet. Manche sind sogar stark gefährdet oder vom Aussterben bedroht. Und das Gute ist, wir können etwas tun: Nektarpflanzen auf Balkone und in Gärten, etwas Unordnung zulassen und Nisthilfen zur Verfügung stellen. Das geht auch auf dem Balkon. Wildbienen sind absolut friedlich, auch in Nestnähe. Sie müssen ja keinen Staat verteidigen.

Hier findet ihr ein sehr schönes Beispiel dafür: Werner Davids Naturgarten(Balkon).

Und das sind Feldwespen

Viele von euch haben bei unserem Wespenbienen-Rätsel auf eine Feldwespe getippt. Eine Feldwespe haben wir auch getroffen. Hier findet ihr sie: Eine Feldwespe bei der Körperpflege.

Kennt ihr Linas Bücher?

Was machen Bienen eigentlich im Winter?


Wisst ihr, dass bei uns zwar hunderte Bienenarten heimisch sind, aber nur eine einzige Honigbiene lebt? Lina schon, denn sie hat ein Bienenabenteuer erlebt. Erwin ist für sie in den Sommer geflogen und hat einige dieser pelzigen Tierchen ausfindig gemacht. Wolfram Wollbiene zum Beispiel. Aber auch Sandra Sandbiene, Honilda Honigbiene und, und, und. Mit deren Hilfe konnte er für Lina so manches Bienengeheimnis lüften. Außerdem hat Lina den Bienentanz geübt und Nisthilfen für ihre neuen Freunde gebaut. Du kannst wie immer mitmachen. Und falls du Bienisch lernen willst, Lina zeigt dir, wie es geht.

Altersempfehlung: 6 bis 10 Jahre
ISBN: 9783000557255

Hier findest du eine Leseprobe von Was machen Bienen eigentlich im Winter?

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Lina und der Albatros


Lina liebt Tiere, und sie liebt alles, was mit dem weiten Meer zu tun hat. Wellen, planschen, wenn das Wasser salzig schmeckt … Tiere, die ihre Vorliebe teilen, findet sie natürlich spannend. Fische zum Beispiel und neuerdings auch Albatrosse. Wusstest du, dass Albatrosse ihr ganzes Leben über den Ozean streifen, größer sind als Lina selbst und älter werden können als ihre Oma noch lange nicht ist?

Mit Erwins Hilfe lernt Lina die Albatrosküken Albi und Klara kennen. Albi ist Hauptvogel in ihrem Buch. Hauptvogel ist so etwas wie Hauptperson, nur für Vögel eben, sagt Erwin. Und Klara ist Albis Freundin. Mit Witz und Freude hilft Robert – Linas Tagespapa – Lina dabei, den ganzen Rest zu verstehen. Wie immer können alle Kinder mitmachen, selbst ausprobieren und genauso staunen wie Lina.

Altersempfehlung: 6 bis 10 Jahre.
ISBN: 9783981875300

Hier findest du eine Leseprobe von Lina und der Albatros.

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Die Bücher gibt es als Hardcover im Shop oder bei mir direkt (info@miteinander-buecher.de). Als Taschenbuch oder eBook sind sie bei Amazon erhältlich (einfach auf die Cover klicken).

Selbstverständlich kann auch jeder Buchhändler die Hardcover-Bücher für euch bestellen. Sie sind gelistet im Verzeichnis lieferbarer Bücher (VLB).

Wir sind wieder verlinkt: Der Natur-Donnerstag, Alles, nur nicht alltäglich, Naturkinder, Froh und Kreativ, Pünktchen und Viktoria, Freutag, Berlinmittemom und Karminrot, Heute macht der Himmel blau, Sonntagsglück und Sieben-Sachen-Sonntag, Ein Fachwerkhaus im Grünen, Raumseele und Geborgen Wachsen.

16 Kommentare

  1. Ist schon immer spannend, was du uns über die kleinen Fleißigen erzählst. Die meisten Menschen haben doch immer noch Angst, obwohl die meisten Insekten nicht freiwillig angreifen würden.
    Liebe Grüße
    Andrea

    • … zumal speziell diese Bienen so klein sind. Selbst wenn sie stechen wollten – was Wildbienen gar nicht tun, weil sie keinen Stock verteidigen müssen – ihr Stachel dringt gar nicht durch die menschliche Haut. Demnächst gibt es mal einen Post zum Größenvergleich mit einer Honigbiene :)
      Liebe Grüße an dich
      Silke

  2. Liebe Silke,
    danke für diesen schönen und informativen Post, da habe ich wieder was gelernt und das ist immer gut. Bienen, die aussehen wie Wespen kannte ich noch nicht und neu war mir auch, dass sie solitär leben.
    Ich wünsche Dir noch einen schönen Sonntag.

    Viele liebe Grüße
    Wolfgang

    • Lieber Wolfgang,
      das ist leider auch ein bisschen das Verhängnis der Wildbienen. Wenn wir an Bienen denken, denken wir an Honigbienen. Dabei gibt es genau eine Honigbienen-Art bei uns, aber eben fast 600 Wildbienenarten. Und die Honigbiene ist eine hochgezüchtete Bienart, die ohne einen Imker nicht überleben würde. Wildbienen kommen gegen die große Konkurrenz der Honigbienen und auch gegen den Lobbyismus einfach nicht an.
      Viele Menschen halten es für Umweltschutz, wenn sie Honigbienen in ihrem Garten halten. Das ist es aber nicht. Wir müssen dringend viel mehr für den Wildbienenschutz tun. Und Wildbienenschutz ist immer auch Honigbienenschutz. Allerdings ist Honigbienenschutz bei weitem nicht immer auch Wildbienenschutz.
      Viele liebe Grüße an dich und einen schönen Sonntag
      Silke

  3. Liebe Silke, das ist ein wirklich interessanter Beitrag. Mit Wildbienen möchte ich mich noch einmal näher beschäftigen. Ich informiere mich immer gerade über jene Insekten, welche mir vor die Linse gekommen sind. So lerne ich nach und nach auch ganz viel über diese winzigen Erdbewohner. Ich danke für die tollen Bilder und den super informativen Beitrag. LG sendet Marion

    • Liebe Marion, genau so mache ich es auch. Und das schöne ist, nicht nur, dass man viel lernt dabei, man betrachtet diese winzigen Erdbewohner – eine sehr schöne Beschreibung – so nach und nach auch mit ganz anderen Augen :)
      Einen schönen Sonntag wünsche ich dir
      Silke

  4. Liebe Silke,
    schon genial, dass du sich so gut auskennst und immer viel wissenswertes
    weiter vermittelst! Dankeschön!
    Ich komme spät,
    aber nicht weniger herzlich,
    Grüßle
    Monika*

    • Liebe Monika, dankeschön für dein großes Lob. Ich werde es aber auch weitergeben. Denn was die Wespenbiene angeht, haben wir einen klugen Menschen gefragt, was das wohl sein könnte :)
      Dir ein schönes Wochenende.
      Liebe Grüße
      Silke

  5. Die verschiedenen Arten sind wirklich schwer zu unterscheiden. Danke für die interessanten Fotos und für den Link.
    LG Elke

    • Ja, was soll man sagen. 60 Arten, und alle sind irgendwie gelb-schwarz, gelb-rot-schwarz oder rot-schwarz gestreift … ;)
      Lieben Dank für deinen Besuch.
      Liebe Grüße
      Silke

  6. Tolle Fotos, man kann die Wepenbiene ganz aus der Nähe betrachten, trotzdem muss man vorsichtig sein, eine Nomada zonata ist nur am Tier selbst, nicht aber anhand eines Fotos zu bestimmen, sagt www-naturspaziergang, aber es ist sehr gut möglich das es sich tatsächlich um die besagte Biene handelt.
    LG Heidi

    • Liebe Heidi,
      du hast recht. Es ist auch wirklich nicht sicher und nur eine Vermutung, dass es eine zonata ist. – Du schaust also auch öfter auf dem naturspatziergang nach. Es ist aber auch wirklich eine gut Seite :)
      Einen lieben Gruß
      Silke

  7. Oh, die sind ja interessant. Mir ist ja immer ein völliges Rätsel, wie man all diese gestreiften Tierchen unterscheiden kann.
    Herzliche Grüße,
    Malou

  8. Jetzt habe ich aber eine ganze Menge über Bienen mit Wespentaillen und Höckerchen gelernt, Danke für die tollen Infos!
    Lieben Gruß
    moni

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