Wieso ist das so?

Natur erklärt für Kinder

Fliegenpilz liebt Birke

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Pilze und Pflanzen sind Partner fürs Leben. Vor allem Bäume haben es Pilzen angetan. Letzte Woche haben wir euch einen ziemlich großen Fliegenpilz und einen Riesenbovist vorgestellt: Zwei sehr große Pilze – Riesenbovist und Fliegenpilz. Fliegenpilze zum Beispiel lieben Birken und Kiefern. Und Birken und Kiefern wachsen besser, wenn sie Pilze wie Fliegenpilze in ihrer Nähe haben. Wir nennen Pilze, die Pflanzen als Partner haben, Mykorrhiza. Mykorrhiza schützen Bäume vor Krankheiten und schädlichen Umwelteinflüssen. Außerdem überstehen Bäume Trockenperioden sehr viel leichter wenn Partner-Pilze sich um sie kümmern. Doch  warum ist das so? Warum wachsen manche Pflanzen besser mit Pilzen? Und warum sind für Pilze Pflanzen so wichtig?

Der Fliegenpilz, den wir entdeckt haben, war fast so groß wie ein Fuß.

Pilz liebt Baum

Pflanzen haben Wurzeln, mit denen sie Wasser und Nährstoffe aus dem Boden aufnehmen. So etwas ähnliches haben Pilze auch. Allerdings sind „Pilzwurzeln“ viel dünner, viel weiter verzweigt und sehr viel länger als Baumwurzeln. Die „Wurzeln“ von Pilzen heißen Mycel. Das Mycel von Pilzen kann riesengroß sein und sehr alt werden.

Das, was wir von einem Pilz sehen, ist also nur ein ganz kleiner Teil des Pilzes. Der größte Teil befindet sich im Boden. So ist zum Beispiel der gesamte Boden von gesunden Wäldern mit dem fadenartigen feinen Mycel von Pilzen durchzogen. Das Mycel umschließt dabei  auch die Wurzeln der Bäume.

Vielleicht hast du dir schon einmal eine Baumwurzel genauer angeschaut. Meistens ist sie von einem feinen weißen Pilzgeflecht umgeben. Das kann zum Beispiel so aussehen:

Wurzelspitzen mit Mykorrhiza. (Bild: Ellen Larsson – R. Henrik Nilsson, Erik Kristiansson, Martin Ryberg, Karl-Henrik Larsson (2005). „Approaching the taxonomic affiliation of unidentified sequences in public databases – an example from the mycorrhizal fungi“. BMC Bioinformatics 6: 178. DOI:10.1186/1471-2105-6-178., CC BY 2.5, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=459872).

Doch das ist noch nicht alles. Das Mycel dringt auch in die Baumwurzeln ein. So werden die Pilze sozusagen ein Teil des Baumes. Das hat für den Pilz und den Baum große Vorteile. Da das Mycel der Pilze so fein ist und weil es außerdem so groß ist, gelangen „Pilzwurzeln“ an Wasser und Nährstoffe, die der Baum mit seinen Wurzeln nie erreichen würde. Außerdem können Pilze bestimmte Mineralien besser aus dem Boden aufnehmen als Bäume es können.

Einen Teil des Wassers und der Mineralien, die Mykorrhiza-Pilze aufnehmen, geben sie an ihren Baum weiter. Für diese Gabe erhalten sie eine Gegenleistung. Sie erhalten von den Bäumen Zucker. Denn Pilze wie Fliegenpilze können Zucker selbst nicht herstellen. Zucker ist aber ein wichtiger Energielieferant, den die Pilze brauchen, um zu wachsen. So erhalten die Pilze zum Ausgleich für die Mineralien und das Wasser von ihren Bäumen Zucker.

Wissenschaftler schätzen, dass Bäume zwischen einem zehntel und einem viertel Teil ihres produzierten Zuckers an ihre Partnerpilze abgeben.

Mit Hilfe des Pilzmycels findet sogar ein Austausch zwischen den Bäumen des Waldes statt. Denn das Mycel ist so ausgedehnt, dass Bäume über ganz bestimmte Vermittler so auch Nahrung von einem Baum zu einem anderen transportieren können.

Es gibt mehr als tausend Mykorrhiza-Pilze in Mitteleuropa. Mykorrhiza-Pilze sind zum Beispiel Fliegenpilze, Knollenblätterpilze, Pfifferlinge, Steinpilze oder Trüffel. Die meisten Bäume gehen Partnerschaften mit mehreren Mykorrhiza-Pilzen ein. Für die Pilze hingegen ist das anders. Sehr viele Mykorrhiza sind auf ganz bestimmte Bäume spezialisiert. Wie der Fliegenpilz eben, der Birken und Kiefern liebt.

Weißt du, woher die weißen Punkte beim Fliegenpilz kommen? Die Antwort darauf und ein Fliegenpilz-Ausmalbild findest du im Beitrag Noch mehr Fliegenpilze und ein Ausmalbild.

Kennt ihr Linas Bücher?

Was machen Bienen eigentlich im Winter?


Wisst ihr, dass bei uns zwar hunderte Bienenarten heimisch sind, aber nur eine einzige Honigbiene lebt? Lina schon, denn sie hat ein Bienenabenteuer erlebt. Erwin ist für sie in den Sommer geflogen und hat einige dieser pelzigen Tierchen ausfindig gemacht. Wolfram Wollbiene zum Beispiel. Aber auch Sandra Sandbiene, Honilda Honigbiene und, und, und. Mit deren Hilfe konnte er für Lina so manches Bienengeheimnis lüften. Außerdem hat Lina den Bienentanz geübt und Nisthilfen für ihre neuen Freunde gebaut. Du kannst wie immer mitmachen. Und falls du Bienisch lernen willst, Lina zeigt dir, wie es geht.

Altersempfehlung: 6 bis 10 Jahre
ISBN: 9783000557255

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Lina und der Albatros


Lina liebt Tiere, und sie liebt alles, was mit dem weiten Meer zu tun hat. Wellen, planschen, wenn das Wasser salzig schmeckt … Tiere, die ihre Vorliebe teilen, findet sie natürlich spannend. Fische zum Beispiel und neuerdings auch Albatrosse. Wusstest du, dass Albatrosse ihr ganzes Leben über den Ozean streifen, größer sind als Lina selbst und älter werden können als ihre Oma noch lange nicht ist?

Mit Erwins Hilfe lernt Lina die Albatrosküken Albi und Klara kennen. Albi ist Hauptvogel in ihrem Buch. Hauptvogel ist so etwas wie Hauptperson, nur für Vögel eben, sagt Erwin. Und Klara ist Albis Freundin. Mit Witz und Freude hilft Robert – Linas Tagespapa – Lina dabei, den ganzen Rest zu verstehen. Wie immer können alle Kinder mitmachen, selbst ausprobieren und genauso staunen wie Lina.

Altersempfehlung: 6 bis 10 Jahre.
ISBN: 9783981875300

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Die Bücher gibt es als Hardcover im Shop oder bei mir direkt (info@miteinander-buecher.de). Als Taschenbuch oder eBook sind sie bei Amazon erhältlich (einfach auf die Cover klicken).

Selbstverständlich kann auch jeder Buchhändler die Hardcover-Bücher für euch bestellen. Sie sind gelistet im Verzeichnis lieferbarer Bücher (VLB).

Wir sind wieder verlinkt: Der Natur-Donnerstag, Naturkinder, Froh und Kreativ, Pünktchen und Viktoria, Freutag, Berlinmittemom und Karminrot, Ein Fachwerkhaus im Grünen, Sonntagsglück, Miss Red Fox, Raumseele und Geborgen Wachsen.

10 Kommentare

  1. Du hast eine echt spannende Seite!
    Eine wunderbare Symbiose, die Pilze und die Bäume –
    danke Dir für die gut aufbereitete Information.

    Fröhlichen Gruß,
    Sara

  2. Liebe Silke,
    ein toller Beitrag über Pilze und ihre Liebe zu Bäumen. Das kann ich nur bestätigen. In unserem Garten, in dem auch viele große Bäume wachsen, schießen im Herbst viele Pilze in die Höhe. Die Fliegenpilze sind auch zu sehen. Jetzt kann ich mir das unterirdische Leben und das Gegenseitig-Helfen zwischen Pilzen und Bäumen ein bisschen vorstellen.
    Liebe Grüße
    Loretta

    • Liebe Loretta, ganz herzlichen Dank für dein Lob. Ich wünsche dir einen wundervollen Herbst mit deinen Pilzen :)
      Herzliche Grüße
      Silke

  3. Bei uns waren Fliegenpilze im Garten, obwohl dort keine Birke und auch keine Kiefer steht. Aber es kann sein, dass dort früher eine Birke stand, bevor wir unser Haus gebaut haben.
    LG Elke

    • Liebe Elke, manche Pilzfruchtkörper besitzen nicht so ein ausgedehntes Mycel. Vielleicht wurden also auch einfach Fliegenpilzsporen dort hingeweht. Und wenn ihnen der Boden gefallen hat, haben die Sporen Fruchtkörper gebildet.
      Liebe Grüße
      Silke

  4. So spannend das Lebensnetz… Und die Pilze gehören auch zu diesen Wundern darin. Lieben Gruß Ghislana

  5. ‚Fliegenpilz liebt Birke oder Kiefer‘, ein interessanter, spannender und für jeden verständlicher Beitrag zum Natur-Donnerstag. In groben Zügen habe ich das auch gewusst, aber auch Neues gelernt.
    Zwei große Kiefern stehen in meinem Garten. Ich warte nun gespannt, wann die Liebe endlich sichtbar wird. Vielleicht sollte ich zum Anlocken einen meiner Beton-Fliegenpilze aufstellen…
    Liebe Grüße
    Edith

    • Liebe Edith, wenn man einen Staudengarten hat, weiß man meistens, was Mykorrhiza ist. Ansonsten könntest du es ja versuchen mit deinem Beton-Fliegenpilz. Vielleicht hilft’s ja ;)
      Lieben Grüße
      Silke

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