Wieso ist das so?

Natur erklärt für Klein und Groß

Der Klatschmohn oder wie der Salzstreuer erfunden wurde

Der Klatschmohn oder die Erfindung des Salzstreuers

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Bei manchen Sachen denkt man, es hat sie schon immer gegeben. Ich finde, eine solche Sache ist ein Salzstreuer. Ein Salzstreuer ist kein besonders aufregender Gegenstand und nach einer „besonderen“ Erfindung klingt er auch nicht. Das stimmt aber nicht. Salzstreuer gibt es erst seit ungefähr einhundert Jahren. Und seine Erfindung ist genau genommen eine Art Meilenstein. Und das liegt auch daran, dass die Erfindung des Salzstreuers etwas mit dem Klatschmohn zu tun hat.

Der Klatschmohn oder die Erfindung des Salzstreuers

Dem Klatschmohn haben wir die Erfindung des Salzstreuers zu verdanken.

Zu den ersten Patenten auf  einen Salzstreuer gehörte das Gebrauchsmuster 723730, das 1919 beim Deutschen Patentamt eingereicht wurde. Eingereicht hat es Raoul Heinrich Francé. Und Raoul H. Francé hat damit nicht nur einen ziemlich praktischen Gebrauchsgegenstand erfunden, er gilt seitdem auch als Begründer eines ganz neuen Wissenschaftszweiges. Francé nannte diese Wissenschaft Biotechnik. Heute nennen wir sie Bionik.

Wie Raoul H. Francé einen Salzstreuer erfand

Raoul H. Francé lebte von 1873 bis 1943. Eigentlich hatte er gar nicht vor, einen Salzstreuer zu erfinden. Er war Naturphilosoph, Botaniker und Mikrobiologe und hat sehr viel mit dem Mikroskop gearbeitet. Bei seinen Forschungen über den Boden, hat er gesehen, wie sehr der Boden von winzigen Lebewesen bevölkert ist. Wir nennen diese winzigen Lebewesen Mikroorganismen. Und er war davon überzeugt, dass all diese Mikroorganismen sehr wichtig für die Gesundheit des Bodens sind.

Um zu beweisen, welchen Einfluss Mikroorganismen auf die Bodengesundheit und damit auf die Fruchtbarkeit von Böden hat, wollte er Versuchsfelder anlegen, die er mit Mikroorganismen anreichern wollte. Allerdings musste er die Kleinstlebewesen dafür gleichmäßig über den Acker verteilen. Doch eine Vorrichtung, die das konnte, gab es damals noch nicht. Da Raoul H. Francé aber ein sehr guter Naturbeobachter war, fiel ihm auf, wie der Klatschmohn seine Samen verteilt.

Wie der Klaschmohn seine Samen verteilt

Er sah, wie sich die Samenkapseln des Klatschmohn im Wind wiegten und dabei ziemlich gleichmäßig seine Samen in der Umgebung verteilten.

 

Das sieht doch ziemlich gleichmäßig aus, oder? Also ging er der Sache auf den Grund und sah sich die Kapseln genauer an.

Nachdem der Klatschmohn verblüht, fallen seine Blütenblätter und seine Staubfäden ab. Zurück bleibt diese Kapsel.

Der Klatschmohn oder die Erfindung des Salzstreuers

Die unreife Samenkapsel des Klatschmohns.

Noch sieht die Kapsel nicht so aus, als eignete sie sich zum Salzstreuer. Das ändert sich aber nach einiger Zeit. Denn nach und nach vertrocknet sie. Und dann sieht sie so aus.

Der Klatschmohn oder die Erfindung des Salzstreuers

Getrocknete Samenkapsel des Klatschmohns.

Im trockenen Zustand bekommt die Kapsel viele kleine Löcher. Und durch diese Löcher werden die Samen bei jedem Windstoß gleichmäßig in der Umgebung verteilt. So hatte Raoul H. Francé also seinen Mechanismus gefunden, mit dem er die Kleinstlebewesen auf dem Acker verteilen konnte.

Der Klatschmohn und die Erfindung des Salzstreuers

Doch Raoul H. Francé dachte weiter. Er entwarf einen Salzstreuer, dessen Löcher tatsächlich so angeordnet waren, wie bei der Samenkapsel des Mohns. Und diesen Salzstreuer meldete er zum Patent an.

Der Klatschmohn oder die Erfindung des Salzstreuers

Salzstreuer und Mohnkapsel von Raoul Heinrich Francé (Bild: By Raoul Heinrich Francé – http://openmuseum.de/bilder-des-tages-%E2%88%92-advent-2012/, Public Domain, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=44855586).

Dieses Bild stammt aus dem Buch Die Pflanze als Erfinder, von Raoul H. Francé. Allerdings hat sich der Salzstreuer nach dem Vorbild des Mohns nicht durchgesetzt. Denn die Mohnkapsel ist so geschaffen, dass sich seine Samen möglichst weit um die Pflanze herum verteilen. Wenn wir aber Salz auf unser Ei streuen, möchten wir es auf dem Ei haben und nicht auf dem Tisch wiederfinden.

Trotzdem ist dieses Patent bahnbrechend, denn es gilt als erstes deutsches Patent in der Bionik-Geschichte.

Raoul H. Francé als Pionier für die Bionik

Bionik setzt sich aus den Worten Biologie und Technik zusammen. Gemeint ist damit die Übertragung von Phänomenen aus der Natur in die Technik. Und genau damit hat Raoul H. Francé auch argumentiert, als er sein Patent anmelden wollte. Denn nach damaliger Rechtsprechung hätte ein Patent eine vollkommen neue Anwendung sein müssen. Aber eine Mohnkapsel gab es ja schon. Doch Francés Argument der Biotechnik, also der Übertragung eines natürlichen Vorgangs in die Technik, ist das Patentamt am Ende gefolgt. Und so hat Raoul H. Francé die Biotechik, wie er sie nannte, industriefähig und förderwürdig gemacht.

Und weil es so schön war, habe ich noch einen kleinen Film, wie die Mohnkapseln ihre Samen auswerfen.

 

Raoul H. Francé war in vieler Hinsicht ein Pionier. Nicht nur, dass er ein Begründer der Bionik war, er auch hat über sechzig Bücher geschrieben, von denen viele heute noch sehr aktuell sind. Seine Bücher Das Leben der Pflanzen wird auch als Brehm der Pflanzen bezeichnet. Und durch seine Erkenntnisse über die Bedeutung von Kleistlebewesen für die Bodenfruchtbarkeit gilt er gleichzeitig als Mitbegründer der biologischen Landwirtschaft.

Von Raoul H. Francé stammt auch dieses Zitat: „Die Menschen können Flüsse durch Abwässer vergiften, die Luft durch Rauch und Abgase unatembar machen, aber sie können die Naturgesetze nicht zerstören, ohne selbst zerstört zu werden“. Ich finde, das klingt sehr aktuell. Was meinst du?

Hier findest du ein interessantes Interview über Raoul H. Francé: Raoul Heinrich Francé: Der Mann, der sich die Natur patentieren ließ.

Wie wichtig all die kleinen Lebewesen im Boden sind, erfährst du übrigens auch in dem Miteinander-Buch Reginald Regenwurm und die schnarchende Zwiebel.

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Miteinander-Bücher

Miteinander-Bücher gibt es als Hardcover im Shop. Schau doch mal vorbei. Als Taschenbuch oder eBook sind die Bücher bei Amazon erhältlich (einfach auf die Titel klicken). Selbstverständlich kann auch jeder Buchhändler die Hardcover-Bücher für euch bestellen. Die Miteinander-Bücher sind gelistet im Verzeichnis lieferbarer Bücher (VLB).

Wir sind wieder verlinkt: Der Naturdonnerstag, Ein Fachwerkhaus im Grünen.

5 Kommentare

  1. Poppies are looking stunning ,Lovely spring vibes. It would be my pleasure if you join my link up party related to gardening, nature and birds here at http://jaipurgardening.blogspot.com/2021/02/garden-affair-spring-flower-schizanthus.html

  2. Vielen❤️lichen Dank für deinen schönen Post,
    den du beim „Natur-Donnerstag“ eingestellt hast.
    Mittlerweile sind es weit über 30 Beiträge, ich bin selber sehr überrascht und natürlich hoch erfreut darüber ❣️
    Ich hoffe, du habt Verständnis, wenn ich nicht jeden Beitrag mit einem Kommentar in Zukunft beantworten kann.
    Aber ich würde mich natürlich sehr freuen, wenn ich dich weiterhin begrüßen darf beim „Natur-Donnerstag „🌾 💐 🌷 🌹 🥀 🌻 🌼
    Liebe Grüße
    Jutta
    Diesen Kommentar schicke 🦅 ich nun zu allen Teilnehmern

    • Liebe Jutta,
      ich freue mich immer, wenn ich beim Naturdonnerstag dabei sein kann. Und dass du inzwischen nicht mehr alle besuchen kannst, verstehe ich sehr gut.
      Ganz liebe Grüße an dich und ein schönes Wochenende
      Silke

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