Wieso ist das so?

Natur erklärt für Kinder

Da schwebt doch was

| 6 Kommentare

Neulich hat Lina einen Wollschweber entdeckt. Genauer gesagt war es nicht ein Wollschweber, es waren ganz viele. Und ganz genau gesagt dachte Lina eigentlich, es seien Bienen. Na, wie kommt denn das?

Lina  saß mit Papa und Mama auf der Terrasse. Sie waren gerade fertig mit Kuchen essen. Es hatte Rhabarberkuchen gegeben. Lecker. Findet Lina zumindest. Und Mama und Papa finden das auch. Jedenfalls hat sie, als sie sich so umgeschaut hat, einige Bienen entdeckt. Sie flogen um das Blaukissen herum.

„Guck mal, an den lila Blüten sind ganz viele Bienen“, hat Lina gesagt. Denn spätestens seit sie so gut über Bienen Bescheid weiß, gehören Bienen zu ihren Lieblingstieren.

Mama schaute über den Rand ihrer Zeitschrift. „Oh ja, stimmt. Das Blaukissen ist wohl sehr beliebt bei Bienen!“, sagte sie, und dann verschwand ihre Nase wieder hinter der Lektüre.

„Hm“, machte Papa, „seid ihr sicher, dass das Bienen sind? Ich nicht. Guckt doch mal, wie die fliegen!“, sagte er und stand auf.

Nun legte Mama doch ihre Zeitschrift weg und alle hockten sich um das Blaukissen. Das sieht übrigens so aus:

Blaukissen

Ein Blaukissen hat viele kleine, blaue Blüten.

Und tatsächlich, diese Bienen hatten zwar Ähnlichkeit mit Bienen, aber sie flogen ganz anders. Sie standen fast in der Luft. Und sie hatten einen sehr langen Rüssel.

Ein Großer Wollschweber am Blaukissen.

So sah das Insekt am Blaukissen aus.

Lina kicherte. „Guck mal, die sehen aus, als hätten sie eine Sonnenbrille auf. Cooool“, sagte sie.

Ein großer Wollschweber am Blaukissen.

Das interessante Insekt sah so aus, als hätte es eine Sonnenbrille auf.

Mama lachte. „Stimmt, ein ziemlich cooles Insekt. Und schau, wie tief es seinen Rüssel in die Blüte steckt.“

Zu Papa sagte sie: „Du hast Recht. Das sind keine Bienen. Die fliegen fast so wie Schwärmer.“

„Nein, Schwärmer sind das nicht. Schwärmer gehören zu den Schmetterlingen“, sagte Papa.

Lina sah von einem zum anderen. „Und was ist das jetzt?“, fragte sie.

Nach ein bisschen Suchen war des Rätsels Lösung dann auch ziemlich schnell gefunden. „Das ist ein Großer Wollschweber“, verkündete Mama. „Also kein Schwärmer sondern ein Schweber.“

Was Teddy weiß – So leben Große Wollschweber

Große Wollschweber sind sehr stark behaart und können daher auf den ersten Blick mit Hummeln verwechselt werden. Deshalb werden sie manchmal auch Hummelschweber genannt. Ihr lateinischer Name ist Bombylius major.

Sie sind sehr geschickte Flieger und wechseln, ähnlich wie Kolibris, ruckartig die Richtung und können in der Luft stehen. Wollschweber ernähren sich vorwiegend von Nektar und sind mit unseren Stubenfliegen verwandt. Sie sind etwa einen Zentimeter groß und ihr Rüssel kann fünf bis fast acht Millimeter lang werden.

Große Wollschweber sind zwar weit verbreitet, aber nicht sehr häufig. Mama und Papa jedenfalls haben noch nie vorher einen gesehen. Beobachten kann man sie im April und Mai.

Die Weibchen werfen ihre Eier vor den Nestern von bestimmten Wildbienen, Grabwespen oder Schmetterlingen ab. Nach dem Schlüpfen kriechen die Larven in die Nester hinein. Dort ernähren sie sich von den abgelegten Pollenvorräten und später dann auch von den schlüpfenden Wildbienen- oder Schmetterlingslarven.

Ein Großer Wollschweber (Richard Bartz, München aka Makro Freak – eigenes Werk).

Es hat Lina übrigens gar nicht gefallen, als sie gehört hat, dass sich die Larven der Wollschweber von Wildbienenlarven ernähren. Sie fand, das dürfen die nicht. Doch Teddy weiß, dass wir das nicht zu bestimmen haben, welches Tier leben darf und welches nicht und wie sich die Tiere verhalten sollen. Und genau das haben Mama und Papa Lina dann auch noch einmal erklärt.

Trotzdem, Lina wollte es nicht so ganz einsehen. „Aber Wildbienen gibt es doch gar nicht mehr so viele und die sind gefährdet“, protestierte sie.

„Das stimmt“, antwortete Papa. „Aber Wildbienen sind nicht deshalb gefährdet, weil sich Wollschweberlarven von ihnen ernähren. Sie sind gefährdet, weil wir Menschen ihnen den Lebensraum wegnehmen und sie keine geeigneten Pollenpflanzen und Nistplätze mehr finden.“

Da war was dran. Das musste Lina zugeben.

Sie hatte Papa aufmerksam, mit krauser Stirn zugehört. „Vielleicht“, brummte sie. „Ich mag es aber trotzdem nicht, wenn sie meine süßen kleinen Bienenlarven fressen“, sagte sie.

Papa strich Lina über den Kopf. „Du musst es nicht mögen, Lina“, sagte er. „Aber es ist in Ordnung, dass die Wollschweber das tun.“

Kennt ihr Linas Bücher?

Was machen Bienen eigentlich im Winter?


Wisst ihr, dass bei uns zwar hunderte Bienenarten heimisch sind, aber nur eine einzige Honigbiene lebt? Lina schon, denn sie hat ein Bienenabenteuer erlebt. Erwin ist für sie in den Sommer geflogen und hat einige dieser pelzigen Tierchen ausfindig gemacht. Wolfram Wollbiene zum Beispiel. Aber auch Sandra Sandbiene, Honilda Honigbiene und, und, und. Mit deren Hilfe konnte er für Lina so manches Bienengeheimnis lüften. Außerdem hat Lina den Bienentanz geübt und Nisthilfen für ihre neuen Freunde gebaut. Du kannst wie immer mitmachen. Und falls du Bienisch lernen willst, Lina zeigt dir, wie es geht.

Altersempfehlung: 6 bis 10 Jahre

Hier findest du eine Leseprobe von Was machen Bienen eigentlich im Winter?

Hier geht’s zu den Bienen im Shop

Lina und der Albatros


Lina liebt Tiere, und sie liebt alles, was mit dem weiten Meer zu tun hat. Wellen, planschen, wenn das Wasser salzig schmeckt … Tiere, die ihre Vorliebe teilen, findet sie natürlich spannend. Fische zum Beispiel und neuerdings auch Albatrosse. Wusstest du, dass Albatrosse ihr ganzes Leben über den Ozean streifen, größer sind als Lina selbst und älter werden können als ihre Oma noch lange nicht ist?

Mit Erwins Hilfe lernt Lina die Albatrosküken Albi und Klara kennen. Albi ist Hauptvogel in ihrem Buch. Hauptvogel ist so etwas wie Hauptperson, nur für Vögel eben, sagt Erwin. Und Klara ist Albis Freundin. Mit Witz und Freude hilft Robert – Linas Tagespapa – Lina dabei, den ganzen Rest zu verstehen. Wie immer können alle Kinder mitmachen, selbst ausprobieren und genauso staunen wie Lina.

Altersempfehlung: 6 bis 10 Jahre.

Hier findest du eine Leseprobe von Lina und der Albatros.

Hier geht’s zu den Albatrossen im Shop

Die Bücher gibt es als Hardcover im Shop und als Taschenbuch oder eBook bei Amazon (einfach auf die Cover klicken).

Selbstverständlich kann auch jeder Buchhändler die Hardcover-Bücher für euch bestellen. Denn sie sind gelistet im Verzeichnis lieferbarer Bücher.

Wir sind wieder verlinkt: Der Natur-Donnerstag, Naturkinder, Froh und Kreativ, Pünktchen und Viktoria, Freutag, Berlinmittemom und Karminrot, Sonntagsglück und Sieben-Sachen-Sonntag, Miss Red Fox, Sonntagsblatt und Geborgen Wachsen.

6 Kommentare

  1. Oh, jetzt weiß ich endlich wie diese Brummer heißen…
    Lieben Gruß
    Andrea

  2. Kinder in die Geheimnisse der Natur einzuführen, lässt hoffen, dass auch unsere Urenkel noch Wollschweber und Wildbienen zu sehen bekommen. ;-) Lieben Gruß Ghislana

    • Das hoffe ich auch. Aber vor allem für die Wildbienen sieht es nicht gut aus … Wir brauchen mehr Unordnung und mehr ungefüllte (!) Blüten in unseren Gärten.
      Einen lieben Gruß an dich
      Silke

  3. So einen Wollschweber habe ich noch nie gesehen. Danke für die schöne Erklärung und ein schönes Pfingstfest!
    LG Elke

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.


%d Bloggern gefällt das: