Wieso ist das so?

Natur erklärt für Kinder

Äpfel auf dem Eichenblatt - Die Gemeine Eichengallwespe

Äpfel auf dem Eichenblatt – Die Gemeine Eichengallwespe

| 8 Kommentare

Wir haben Äpfel auf einem Eichenblatt entdeckt. Das Blatt lag unter der Eiche in unserem Garten und war schon vertrocknet. Aber die Äpfel sahen noch frisch und rotbackig aus. Jedenfalls der eine von beiden. Die Äpfel heißen Galläpfel. Und später haben wir herausgefunden, sie stammen von der Gemeinen Eichengallwespe.

Äpfel auf dem Eichenblatt - Die Gemeine Eichengallwespe

Einer der beiden Äpfel sieht ganz frisch aus.

Doch wie kann es sein, dass die Gemeine Eichengallwespe Äpfel auf Eichenblättern wachsen lässt? Und warum macht sie das?

So kommen die Äpfel auf das Eichenblatt

Die Gemeine Eichengallwespe ist fast komplett schwarz und nur drei bis vier Millimeter groß. Man müsste also eher sagen, sie ist ziemlich klein. Hier siehst du sie auf einem Eichenblatt.

Äpfel auf dem Eichenblatt - Die Gemeine Eichengallwespe

So sieht die Gemeine Eichengallwespe aus (Bild: CC BY-SA 2.5, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=456846).

Vielleicht ist gerade Sommer und das Weibchen ist dabei, in dem Blatt ihre Eier abzulegen. Zur Eiablage sticht sie das Blatt nämlich mit ihrem Legebohrer an und legt ein Ei hinein. Wahrscheinlich sondert sie dabei auch einen Stoff ab, der das Blatt an dieser Stelle wachsen lässt. Das Blatt bekommt also von der Gallwespe den Befehl, ein kugelrundes Gebilde wachsen zu lassen. Und dieses Gebilde nennen wir Gallapfel. Die Galläpfel der Gemeinen Eichengallwespe werden bis zu zwei Zentimeter groß und sind anfangs grün. Später werden sie gelb mit roten Bäckchen und noch später braun und schrumpelig.

Nachdem die Gemeine Eichengallwespe ihr Ei in das Blatt gelegt und dem Blatt quasi mitgeteilt hat, dass es einen Gallapfel wachsen lassen soll, umschließt der Gallapfel das Ei. Etwas später schlüpft im Gallapfel aus dem Ei eine Larve. Die Larve der Gemeinen Eichengallwespe ernährt sich von der Galle. Und Wissenschaftler vermuten, dass auch die Larve Stoffe absondert, die die Galle weiter wachsen lässt. So geht ihr Vorrat nie aus.

Äpfel auf dem Eichenblatt - Die Gemeine Eichengallwespe

Aufgeschnitten sieht der Gallapfel so aus (Bild: Rasbak – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=1415242).

So sieht der Gallapfel aus, wenn man ihn aufschneidet. Und oben links kannst du auch die Larve sehen.

Jedenfalls wächst die Larve in der Galle weiter. Im Herbst verpuppt sie sich dann. Auch das macht sie in der Galle.

Äpfel auf dem Eichenblatt - Die Gemeine Eichengallwespe

Ob die Larve wohl schon dabei ist, sich zu verpuppen?

Ob die Larve in unserem Gallapfel wohl schon dabei ist, sich zu verpuppen? Was meinst du? Und? Wenn du genau hinschaust, kannst du dir die Antwort auf die Frage vielleicht schon denken.

Eine Gemeine Eichengallwespe ist nicht wie die andere

Vielleicht hast du ja schon das kleine Loch entdeckt. Und weißt du, wer das Loch dort hinein genagt hat? Gut möglich, dass es die Gemeine Eichengallwespe gewesen ist. Denn nachdem sich die Larve der Eichengallwespe verpuppt hat, nagt sie ein Loch in die Galle und schlüpft nach draußen. Das geschieht meist im Spätherbst oder Frühwinter, also bis spätestens Januar, manchmal auch bis Februar. Diese Gemeine Eichengallwespe ist also im November besonders früh dran. Hier sieht man das Loch noch etwas besser.

Äpfel auf dem Eichenblatt - Die Gemeine Eichengallwespe

Einer der Galläpfel hat ein kleines Loch.

Doch jetzt wird es richtig lustig. Denn die Gemeine Eichengallwespe, die aus so einem Gallapfel schlüpft, wir wir ihn gefunden haben, sieht ganz anders aus, als die Gemeine Eichengallwespe oben auf dem Foto. Denn aus solchen Galläpfeln schlüpfen nur Weibchen, die ungeschlechtlich ihre Eier ablegen. Das heißt, die Eier, die die Winter-Eichengallwespen ablegen, werden nicht befruchtet.

Diese Winter-Weibchen suchen sich dann auch wieder eine Eiche. Dort legen sie an den schlafenden Blattknospen ihre Eier ab. Schlafende Blattknospen sind übrigens die Knospen der Blätter, die darauf warten, dass es Frühjahr wird. Im Frühjahr wachen sie sozusagen auf und entfalten sich. Schlafende Blattknospen kannst du dir im Beitrag Viele Kätzchen an einem Zweig anschauen.

Auch an diesen schlafenden Blattknospen entwickeln sich Gallen. Doch die Galläpfel an den Blattknospen sind viel kleiner als die Galläpfel an den Blättern. Sie sind nur zwei bis drei Millimeter groß und mit rötlichen Haaren bedeckt. Bilder davon habe ich leider nicht. Aber wir werden die Eiche an unserem Gartenzaun weiter beobachten. Vielleicht finden wir ja welche.

Äpfel auf dem Eichenblatt - Die Gemeine Eichengallwespe

Hier siehst du das Loch noch einmal aus der Nähe.

Auf diesem Foto kannst du dir das Loch, das das Weibchen der Gemeinen Eichengallwespe in den Gallapfel genagt hat, noch einmal aus der Nähe betrachten.

Jedenfalls schlüpfen aus der kleinen Galle an den schlafenden Blattknospen im Frühsommer Weibchen und Männchen. Und die sehen dann so aus, wie die Gallwespe auf dem Bild oben. Die Weibchen und Männchen paaren sich und die Weibchen legen dann wieder ihre Eier in die Blätter von Eichen. Etwas später kannst du dann solche Galläpfel wie hier auf den Bildern heranwachsen sehen. Toll, was die Natur sich alles ausdenkt, oder?

Früher hat man gedacht, die Winter-Weibchen und die Sommer-Wespen der Gemeinen Eichengallwespe seien zwei unterschiedlich Arten. So verschieden sehen sie aus.

Der lateinische Name der Gemeinen Eichengallwespe ist übrigens Cynips quercusfolii.

Wenn man Galläpfel der Gemeinen Eichengallwespe aufschneidet, färbt er sich sehr schnell schwarz. Diesen Effekt hat man früher genutzt, um daraus dokumentenechte Tinte herzustellen. Dokumentenecht ist sie deshalb, weil man sie nirgends wieder herausbekommt, weder von Papier, noch von Kleidung noch von sonst irgenetwas. Sie lässt sich auch von keinem Tintenkiller entfernen. Deshalb nennen wir sie Dokumentenecht. Denn wichtige Dokumente werden natürliuch mit Tinte geschrieben und auch unterschrieben, die man nicht wieder entfernen kann. Das macht sie fälschungssicher.

Es gibt ein neues Miteinander-Buch

Das Ausmalbuch der kleinen Kriech- und Krabbeltiere: Ein Malbuch für neugierige Kinder (*)

Das Ausmalbuch der kleinen Kriech- und KrabbeltiereWarum klebt die Spinne in ihrem Netz nicht fest? Wie lebt die Wildbiene? Was frisst der Siebenpunkt-Marienkäfer? Das Ausmalbuch der kleinen Kriech- und Krabbeltiere bietet Ausmalvorlagen von Libelle, Spinne, Schmetterling und weiteren Krabbeltieren. Und während sich die Kinder mit den Malvorlagen beschäftigen, beantwortet es ganz nebenbei auch noch viele Fragen, die Kinder immer wieder stellen.

Für alle neugierigen Kinder, die gerne ausmalen und alles lieben, was so kreucht und fleucht.

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Weitere Miteinander-Bücher sind …

Lauri Laubfrosch erkundet die Bäume (*)

Lauri Laubfrosch erkundet die Bäume.Lauri Laubfrosch, Rudi Wasserläufer, die Ente Emma und ihre Küken sind Freunde. Sie wohnen am kleinen Teich, mit Rohrkolben und Brombeergebüsch. Dort lauschen sie jeden Abend Lauris kleinem Lied. Also, Rudi, Emma und ihre Küken lauschen. Lauri singt. Doch eines abends bleibt Lauri stumm und seufzt. Wie gerne würde er einmal die richtig großen Bäume kennenlernen. Da wissen Rudi, Emma und ihre Küken, dass sie eine Weile auf Lauri werden verzichten müssen. Denn wenn einer Sehnsucht hat, darf man ihn nicht aufhalten.

Für Lauri Laubfrosch beginnt eine spannende Reise zu den Bäumen in Feld, Wald und Flur. Von ihren Bewohnern erfährt er, was ihren Baum so besonders macht und wie seine Blätter und Früchte aussehen. So weiß er nun auch, dass Tannenzapfen niemals auf den Boden fallen und warum der Schnabel von Fritz Fichtenkreuzschnabel nicht krumm, sondern ein Spezialwerkzeug für Zapfen ist.

Glücklich und zufrieden kehrt Lauri heim. Denn eins ist klar, von all dem, was er gelernt hat, muss Lauri unbedingt seinen Freunden erzählen.

Lauri Laubfrosch erkundet die Bäume ist eine Geschichte über einen mutigen Frosch, der die Bäume dieser Welt kennenlernen möchte.

Altersempfehlung: ab 5 Jahre
ISBN: 9783981875324

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Was machen Bienen eigentlich im Winter? (*)

Buchcover des Buchs "Was machen Bienen eigentlich im Winter?". Es ist ein Buch aus der Reihe "Erwin, Lina und die Wunder der Welt". Wisst ihr, dass bei uns zwar hunderte Bienenarten heimisch sind, aber nur eine einzige Honigbiene lebt? Lina schon, denn sie hat ein Bienenabenteuer erlebt. Erwin, das Büchermännchen, ist für sie vom Herbst in den Sommer geflogen, um herauszufinden, was Bienen im Winter machen. Dabei hat er Wolfram Wollbiene, Sandra Sandbiene, Honilda Honigbiene und noch einige andere getroffen. Gemeinsam haben sie so manches Bienengeheimnis gelüftet.

Außerdem hat Lina den Bienentanz geübt und Nisthilfen für ihre neuen Freunde gebaut. Du kannst wie immer mitmachen. Und falls du Bienisch lernen willst, Lina zeigt dir, wie es geht.

Altersempfehlung: ab 6 Jahre
ISBN: 9783000557255

Hier findest du eine Leseprobe von Was machen Bienen eigentlich im Winter?

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Reginald Regenwurm und die schnarchende Zwiebel (*)

In einer Handvoll gutem Gartenboden, leben mehr Lebewesen, als es Menschen auf der Erde gibt, sagt Erwin. Lina kann es kaum glauben. Ob das wohl stimmt? Klar stimmt das und Erwin kann es beweisen. Er besucht für Lina die geheimnisvolle Welt des Bodens. Ein quirliger Springschwanz, eine redseelige Tulpe und ein brummiger Regenwurm zeigen dir: In unsrem Boden ist was los!

Natürlich hat Lina auch wieder vieles selbst ausprobiert. Sie hat gepflanzt, gegossen und die fleißigen Bodentierchen bei der Arbeit beobachtet. Du kannst wie immer mitmachen.

Altersempfehlung: ab 6 Jahre
ISBN: 9783981875317

Hier findest du eine Leseprobe von Reginald Regenwurm und die schnarchende Zwiebel.

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Unsere Miteinander-Bücher

Unsere Miteinander-Bücher gibt es als Hardcover im Shop. Schau doch mal vorbei. Als Taschenbuch oder eBook sind die Bücher bei Amazon erhältlich (einfach auf die Titel klicken). Selbstverständlich kann auch jeder Buchhändler die Hardcover-Bücher für euch bestellen. Die Miteinander-Bücher sind gelistet im Verzeichnis lieferbarer Bücher (VLB).

Wir sind wieder verlinkt: Der Natur-Donnerstag, Freutag, Ein Fachwerkhaus im Grünen.

8 Kommentare

  1. sehr interessant
    ich kenne war die Galläpfel
    aber das mit den verschiedenen Weibchen wußte icxh nicht

    liebe Grüße
    Rosi

  2. Vielen Dank wieder für das Verlinken zum „DND“ mit diesem sehr interessanten Beitrag.
    Liebe Grüße
    Jutta

  3. Interessante Bilder, wieder etwas gelernt :-)

    Mein Beitrag beim DND:

    LG Bernhard

  4. ein interessanter bericht! ich habe ein paar galläpfel gesammelt und will versuchen, tinte daraus zu machen. jetzt lagern sie mit etwas rostigem eisen in einem glas. mal sehen, was daraus entsteht!
    liebe grüße
    mano

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