Wieso ist das so?

Natur erklärt für Klein und Groß

Tiere im Teich – Die Erdkröten sind da

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Bei uns ist jedes Jahr Frosch- und Kröten-Treff im Teich. Ziemlich früh im Jahr tauchen die Erdkröten auf. Schon im März geht es los. Meistens hören wir sie, bevor wir sie sehen. Dabei sind sie gar nicht laut. Ganz leise lassen sie ihr zartes „öök, öök, öök …“ ertönen. Die Erdkröten sind da!

Tiere im Teich - Die Erdkröte

Ein Erdkröten-Männchen im Teich.

Mit dem ersten „öök“ steht die Familie am Teich und versucht eine Erdkröte zu erspähen. Die Erdkröte auf dem Foto ist ein Männchen. Erdkröten sind im Aussehen ziemlich variabel. Manche sind heller, andere dunkler, wieder andere haben Flecken, es gibt rötliche und bräunliche … Allen gemeinsam ist der helle Bauch. Und der hat meistens auch noch graue Flecken. Aber ehrlich gesagt, den Bauch zeigen sie eher selten. Und im Wasser sieht sowieso alles ganz anders aus.

Das Große Suchen und Zählen – Wie viele Erdkröten sind es denn?

Jedenfalls stehen wir dann alle am Teich und das große Suchen und Zählen beginnt. Dieses Jahr sind ungefähr zehn Erdkröten-Männchen und ein Erdkröten-Pärchen im Teich. Ein ganz schöner Männer-Überschuss also. Daran sieht man schon, Erdkröten-Männchen haben es nicht leicht, eine Partnerin zu finden. Und wenn sie dann eine gefunden haben, lassen sie sie nicht wieder los. So wie hier.

Tiere im Teich - Die Erdkröte

Unser Erdkröten-Pärchen.

Es gibt immer sehr viel mehr Männchen als Weibchen. Das liegt daran, dass Weibchen nur alle zwei bis drei Jahre ablaichen. Die Männchen möchten sich aber jedes Jahr paaren. Deshalb kehren sie jedes Jahr zurück zu ihrem Teich. Und wenn sie unterwegs ein Weibchen treffen, machen sie es sich schon mal auf ihrem Rücken bequem. So kommen die Weibchen meist schon Huckepack mit einem Männchen am Teich an.

Für dieses Verhalten haben die Männchen einen Klammerreflex. Dass es nicht viel braucht, um diesen Klammerreflex auszulösen, sieht man, wenn man die Erdkröten beobachtet. Sobald irgendetwas in der Nähe auch nur so ähnlich aussieht, wie etwas, mit dem man sich paaren könnte, wird es bestiegen. Das können andere Männchen sein oder Gummistiefel oder … Hier, auf dieser NABU-Seite, könnt ihr euch Bilder von klammernden Erdkröten-Männchen anschauen.

Erdkröten laichen in Schnüren

Kröten legen ihren Laich in Schnüren ab. Bei der Erdkröte sind die Schnüre doppelt und relativ breit.

Tiere im Teich - Die Erdkröte

Laichschnüre der Erdkröte.

Erdkröten-Männchen überschätzen sich auch leicht mal. Wenn man am Teichrand steht oder sogar in IHREN (!) Teich hineingeht, stellen sie sich einem entgegen. Sie plustern sich auf und machen sich groß. Dafür stellen sich auf die Zehenspitzen und es sieht so aus, als wollten sie einem ein „Das ist mein Teich!“ oder etwas Ähnliches entgegen rufen. Sie scheinen also mutig zu sein oder lebensmüde. Aber so genau lässt sich das ja manchmal nicht voneinander trennen.

Die Weibchen verlassen unseren Teich ziemlich schnell wieder. Die Männchen bleiben meist sehr viel länger. Ihr beliebtester Aufenthaltsort im Teich, außerhalb der Laichzeit, also wenn die Weibchen schon weg sind, ist unser Skimmer. Das ist das Gerät, das die Blätter, die auf der Teichoberfläche schwimmen, einsaugt, damit sie nicht alle zu Boden sinken. Was den Erdkröten-Männchen an unserem Skimmer gefällt, ist uns ein absolutes Rätsel. Denn unter dem Korb, in dem sie sich aufhalten, befindet sich eine ziemlich starke Pumpe. Und eigentlich bevorzugen Erdkröten stehende Gewässer.

Es ist auch auf keinen Fall so, dass die Erdkröten dort, wie die Blätter sozusagen, zufällig mit eingesogen werden. Denn dann würden wir sie ja auch im Skimmer finden, wenn die Weibchen noch da sind. Außerden holen wir sie natürlich alle aus dem Skimmer wieder heraus und setzen sie zurück in den Teich, wenn wir den Skimmer säubern. Doch sobald der Skimmer wieder steht und wir uns entfernt haben, können wir zuschauen, wie die Erdkröten wieder aus allen Richtungen angekrochen kommen, um zurück in den Skimmer zu wandern.

Falls also irgendjemand von euch eine Idee hat, was sie dort wollen, wir freuen uns über Antworten.

Nimm mich mit! – So lebt die Erdkröte

Die Winterruhe der Erdkröten endet je nach Witterung im März, manchmal auch schon im Februar. Dann beginnt für die Erdkröten die beschwerliche Reise zu ihren Laichgewässern. Ideale Wanderbedingungen sind Regenwetter und mehr als fünf Grad über Null. Dabei laufen Erdkröten, sie bewegen sich nicht hüpfend voran. Wenn ein Männchen unterwegs einem Weibchen begegnet, klettert es auf seinen Rücken, um sich von ihm tragen zu lassen. So hat das Männchen schon einmal sehr gute Chancen, sich zu paaren. Wenn es sich dann im Teich nicht von anderen Männchen vertreiben lässt.

Erdkröten sind sehr Standorttreu. Das heißt, fast alle Erdkröten suchen das Gewässer wieder auf, indem sie auch an Land gekrochen sind. Dabei gibt es aber auch immer wieder Tiere, die bereit sind, Neues auszuprobieren. So ist es auch bei unseren Erdkröten. Denn unseren Teich gibt es erst ein paar Jahre.

Die Erdkröte auf dem Foto unten habe ich nicht in unserem Teich fotografiert. Nicht weit von uns gibt es im Wald einen kleinen See. Dort findet auch jedes Jahr ein Erdkröten-Spektakel statt. Wir vermuten, dass die Kröten so auch zu unserem Teich gefunden haben. Vielleicht sind sie auf dem Weg zu ihrem Heimatteich bei uns vorbeigekommen. Und da haben sie sich gedacht, „Ach, die Füße tun schon weh. Warum weiterlaufen, wenn es hier auch ein schönes Gewässer gibt?“. So oder so ähnlich könnte es gewesen sein.

Tiere im Teich - Die Erdkröte

Eine Erdkröte im Schilf.

Bevorzugte Laichgewässen sind dauerhaft und mindestens fünfzig Zentimeter tief. Das heißt, Erdkröten laichen nicht in Pfützen oder Tümpeln. Nach dem Ablaichen ziehen sich die Erdkröten wieder aus dem Teich zurück. An Land bevorzugen sie Wälder, Wiesen und naturnahe Gärten. Der Sommeraufenthalt von Erdkröten kann auch schon mal drei Kilometer von ihrem Laichgewässer entfernt liegen.

Erdkröten-Männchen werden sieben bis acht, Weibchen bis zehn Zentimeter groß. Ihre Haut ist von Warzen besetzt. Hinter ihren Augen haben sie so genannte Drüsenwülste. Aus diesen Drüsen sondern sie Hautgifte ab. Die Hautgifte können für einige Tiere sogar tötlich sein. Zudem schützen die Hautgifte die Haut der Erdkröten vor Bakterien und Pilzen.

Nachtaktive Nützlinge

Erdkröten sind dämmerungs- und nachtaktiv und mögen Gliederfüßer, Regenwürmer und Nacktschnecken. Anscheinend sind Erdkröten auch Feischmecker. Denn angeblich ziehen sie Regenwürmer wie Spagetti durch ihre Zehen, bevor sie sie fressen, um Erde und Sand von ihnen zu entfernen. Den Tag verbringen Erdkröten in Erdlöchern, unter Stein-, Laub- oder Asthaufen. Im Winter graben sie sich frostsicher im Boden ein und verbringen die kalte Jahreszeit in einer Winterstarre. Erdkröten werden mit drei bis fünf Jahren Geschlechtsreif. In der Natur können sie zehn bis zwölf Jahre alt werden. Doch ich habe mehrere Artikel gefunden, in denen es heißt, in Gefangenschaft sei eine Erdkröte 36 Jahre alt geworden.

Erdkröten sind relativ häufig und nicht gefährdet. Allerdings geht auch ihr Bestand inzwischen deutlich zurück. Die größte Gefahr für Erdkröten ist dabei der Straßenverkehr und der Rückgang ihrer Lebensräume. Und genau genommen kann man sagen, wenn inzwischen schon solche Anpassungskünstler wie Erdkröten Probleme bekommen, sieht es für andere Amphibien nicht sehr gut aus.

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Reginald Regenwurm und die schnarchende Zwiebel (*)

Ein quirliger Springschwanz, eine redselige Tulpe und ein brummiger Regenwurm zeigen dir: In unsrem Boden ist was los! Magst du mit Lina Regenwürmer retten, Asseln beobachten und schauen, wie Pflanzen den Boden festhalten? Los geht’s!

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ISBN: 9783981875317

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Buchcover des Buchs "Was machen Bienen eigentlich im Winter?". Es ist ein Buch aus der Reihe "Erwin, Lina und die Wunder der Welt". Eine Abenteuergeschichte über Wildbienen, Honigbienen und darüber, was Bienen im Winter machen. Außerdem zeigt Lina dir, wie der Bienentanz geht. Und ihre Anleitungen für die Nisthilfen, die sie gebaut hat, findest du natürlich auch in diesem Buch.

Altersempfehlung: ab 6 Jahre
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Lotte Löwenzahn und ihre Tiere (*)

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Altersempfehlung: ab 4 Jahre
ISBN: 9783981875348

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Das Ausmalbuch der kleinen Kriech- und Krabbeltiere: Ein Malbuch für neugierige Kinder (*)

Das Ausmalbuch der kleinen Kriech- und KrabbeltiereFür alle neugierigen Kinder, die gerne ausmalen und alles lieben, was so kreucht und fleucht. Und zu erfahren gibt es auch noch jede Menge: Warum klebt die Spinne in ihrem Netz nicht fest? Was mag der Siebenpunkt-Marienkäfer? Wie lebt die Rostrote Mauerbiene? …

Altersempfehlung: ab 5 Jahre

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Lauri Laubfrosch erkundet die Bäume (*)

Lauri Laubfrosch erkundet die Bäume.Eine Geschichte über einen mutigen Frosch, der davon träumt, mal auf einen richtig großen Baum zu klettern. Gemeinsam mit Lauri kannst du dir anschauen, wie Eicheln aussehen, warum Bienen Weiden pflanzen würden und was Feuerwanzen an Linden so sehr mögen. Zum Ausmalen gibt es auch noch jede Menge.

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Lina und der Albatros: Erwin, Lina und die Wunder der Welt (*)

Miteinander-BücherDie Albatrosküken Albi und Klara üben brüten und Erwin muss Küken spielen. Peinlich!, findet Erwin. Keine Frage, Lina ist begeistert. Außerdem experimentieren Lina und Robert mit Begeisterung in Linas Küche. Wenn du mitmachen möchtest, du brauchst nicht viel dafür: Wasser, Öl, Salz, eine Möhre, ein Salatblatt … und schon kann’s losgehen.

Altersempfehlung: ab 7 Jahre.
ISBN: 9783981875300

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Miteinander-Bücher

Miteinander-Bücher gibt es als Hardcover im Shop. Schau doch mal vorbei. Als Taschenbuch oder eBook sind die Bücher bei Amazon erhältlich (einfach auf die Titel klicken). Selbstverständlich kann auch jeder Buchhändler die Hardcover-Bücher für euch bestellen. Die Miteinander-Bücher sind gelistet im Verzeichnis lieferbarer Bücher (VLB).

Wir sind wieder verlinkt: Der Naturdonnerstag, Ein Fachwerkhaus im Grünen.

6 Kommentare

  1. Hallo Silke,
    wir haben zwar keinen Teich, aber als wir letzten Jahr unseren Steingarten /keinen Schottergarten) neu angelegt haben, konnten wir trotzdem in einer Betonspalte ein Exemplar entdecken. Leider hat der Kröte unsere Aktivität nicht gefallen und sie ist umgezogen … ohne ihre neue Adresse zu hinterlassen :))))

    Liebe Grüße
    Arti

    • Hallo Arti, na, wer weiß, vielleicht ist sie nur in einen anderen Gartenteil umgezogen. Und weil ihr dort nicht grabt, habt ihr sie noch nicht entdeckt :)
      Liebe Grüße
      Silke

  2. Hallo Silke,
    danke fürs Verlinken zum nächsten Naturdonnerstag. Kann mir mal wer sagen, warum du nicht mehr kommentierende Besucher hast? Ein Jammer.
    Herzliche Grüße – Elke

    • Liebe Elke, das liegt vielleicht daran, dass ich selbst so wenig kommentiere. Auch das ist ein Jammer, aber ich scgaff’s einfach nicht.
      Dir ein schönes Wochenende und liebe Grüße
      Silke

  3. Hallo liebe Silke,
    danke wieder für den tollen Beitrag. Wir haben im Garten überhaupt keine Amphibien. Ich wüsste auch nicht, wo die in unserer Gegend herkommen sollten. Da nutzen uns weder der schöne Teich noch die Steinansammlungen etwas. Aber ich schaue immer unterwegs an Teichen und Laachen nach Fröschen und Kröten.
    Herzliche Grüße – Elke vom DND

    • Liebe Elke, ja, man kann das nicht steuern. Entweder sie kommen oder eben nicht. Aber so haben andere Kleintiere ein ruhigeres Leben bei euch ;)
      Herzliche Grüße und ein schönes Wochenende
      Silke

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