Wieso ist das so?

Natur erklärt für Kinder

Die Wespe an deinem Tisch

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Habt ihr auch so viele Wespen an eurem Tisch? Jetzt geht sie wieder los, die Wespenzeit. Gut, Wespen gab es auch vorher schon, aber wir haben sie nicht bemerkt. Warum das so ist und was wir ausprobiert haben, um in Ruhe essen zu können, möchten wir gerne mit euch teilen.

Viele Wespen – Oder doch nicht?

Überall gibt es viele Wespen. Sagt man. Bei Lina zu Hause gibt es eigentlich nicht mehr als sonst im August. Aber das liegt wahrscheinlich daran, dass es dort viele Hornissen gibt. Und Hornissen mögen Wespen für ihr Leben gern … Doch neulich war Lina ein paar Tage in Bayern unterwegs. Natürlich war das Wetter gut. Und natürlich wollten sie deshalb draußen essen! Doch kaum hatten sie ihr Essen ausgepackt, zack, waren auch schon die ersten Wespen zur Stelle.

Das ist kein Problem, wenn man nur mit Menschen zusammen is(s)t, die dabei ruhig bleiben können. Aber das können nicht alle. Also haben wir etwas ausprobiert, von dem wir schon öfter gehört haben, dass es funktionieren soll.

Dabei haben wir nicht versucht, die Wespen zu vertreiben. Im Gegenteil. Wir haben ihnen etwas zu fressen rausgestellt.

Die Wespe an deinem Tisch

Die Wespen haben etwas zu fressen bekommen.

Wir hatten eine Wassermelone. Von der haben wir ein Stück in ein Schälchen getan und nach draußen gestellt. Zuerst sah es so aus, als ob es überhaupt nichts nützt. Die Wespen flogen um die Schale herum und schienen nicht zu meinen, die Melone sei lecker.

 

Und dann flogen sie doch wieder auf unser Frühstück.

Hm, lecker, Wassermelone!

Doch nach einiger Zeit … Schau.

 

Und von dem Moment, als die Wespen die Melone für sich entdeckt hatten, war Ruhe an unseren Speisen.

Warum die Methode funktioniert

Du fragst dich vielleicht, warum die Methode funktioniert. Ganz einfach. Unsere Wespen haben nicht mehr nach Nahrung gesucht. Sie kamen angeflogen, setzten sich auf die Melone und los ging’s. Natürlich musst du ein paar weitere Dinge beachten. Um nicht intensive Duftschwaden in der Gegend zu verbreiten, solltest du alle Speisen abdecken. Aber das machen wir sowieso immer. Schüsseln und Töpfe bekommen einen Deckel, der Käse bleibt unter der Käseglocke und der Schinken in seiner Aufbewahrungsdose.

Am besten, du stellst die Wespen-Naschis ein kleines Stück Abseits eures Tisches hin. Und wenn du sogar noch regelmäßig dafür sorgst, dass immer an der selben Stelle etwas für die Wespen zu finden ist, hast du weitgehend Ruhe vor den kleinen Tierchen. Denn sie werden immer zielstrebig zu dieser Nahrungsquelle fliegen.

Wenn du genau hinschaust, siehst du übrigens, dass die Wespe nicht an der Melone frisst, sondern an ihr trinkt. Du kannst es an den pumpenden Bewegungen ihres Hinterleibs erkennen. Genau diese Bewegungen machen sie auch, wenn sie an einer Wasserstelle Wasser aufnehmen.

Die beiden Videos sind übrigens in Zeitlupe aufgenommen.

Wusstest du eigentlich, dass von den elf Arten der Echten Wespen bei uns, überhaupt nur zwei Arten an deinen Kaffeetisch kommen? Alle anderen Arten interessieren sich nicht für unser Essen.

Welche Wespe ist das?

Die Wespe, die uns besucht hat, war eine Gemeine Wespe. Ihr lateinischer Name ist Vespula vulgaris. Du kannst es an ihrem Kopfschild erkennen.

Die Wespe an deinem Tisch.

Am Kopfschild erkennst du, dass es eine Gemeine Wespe ist.

Der Kopfschild der Gemeinen Wespe ist gelb und hat einen schwarzen Längs- und Querstreifen. Dieses schwarze Muster in ihrem gelben Kopfschild sieht so aus, wie ein auf den Kopf gestelltes T oder wie ein auf dem Kopf stehender Hammer.

Warum kommen Wespen an unseren Tisch?

Es gibt mehrere Gründe, warum die Deutsche und die Gemeine Wespe gerade im Hochsommer so oft an unseren Tisch kommen. Die beiden Wespenarten bilden besonders große Völker. In einem Wespenstaat leben mehrere tausend Wespen. Im Hochsommer sind die Staaten am größten. Also gibt es zu der Zeit auch besonders viele Wespen, die alle etwas fressen möchten.

Erwachsene Wespen ernähren sich von Nektar, Pollen, reifen Früchten, Insekten und anderer tierischer Nahrung. Da passen süße Limonade, Eis oder Obstkuchen ganz gut in ihr Nahrungsspektrum. Das ist zwar auch im Frühsommer so. Aber zu der Zeit sind die Staaten noch klein. Und wenn mal eine Wespe vorbeikommt, fällt das nicht so auf. Wirklich lästig wird es erst, wenn gleich drei, vier, fünf unseren Tisch umschwirren.

Außerdem haben Wespen im Frühsommer anderes zu tun. Sie müssen sich um die Larven kümmern. Ein Wespenstaat besteht bis zum Spätsommer ausschließlich aus Arbeiterinnen und einer Königin. Und Arbeiterinnen sind für die Brutpflege zuständig. Also sind sie vorwiegend dafür unterwegs, um Insekten zu fangen und ihre Larven damit zu füttern. Das ist auch der Grund, warum Wespen so nützlich sind. Sie sind kostenlose Schädlingsvernichter.

Im Spätsommer hört die Königin nach und nach auf, Eier zu legen. Dann gibt es immer weniger und später gar keine Larven mehr, die versorgt werden müssen. Die nun arbeitslosen Arbeiterinnen vagabundieren ziellos umher und suchen alles nach Nahrung ab.

Zudem erhalten die Arbeiterinnen während der Larvenpflege als Gegenleistung für die Fütterung ein süßes Sekret von den Larven. Diese wichtige Kohlehydratquelle fällt also auch immer mehr weg. Als Ersatz kommt unser Kaffeetisch also gerade recht.

Nicht alle Wespenstaaten sind so groß wie die der Deutschen und der Gemeinen Wespe. Die Staaten der Feldwespen zum Beispiel sind sehr viel kleiner. Und auch sonst ist bei den Feldwespen einiges anders. Schau hier: Mehrere Königinnen mit kleinem Volk.

Kennst du Linas Bücher?

Lina probiert, experimentiert und beobachtet eigentlich ständig irgendetwas. Vieles davon findest du in ihren Büchern. Kennst du sie?

Reginald Regenwurm und die schnarchende Zwiebel

(*) In einer Handvoll gutem Boden, leben mehr Lebewesen, als es Menschen auf der Erde gibt, sagt Erwin. Lina kann es kaum glauben. Ob das wohl stimmt? Klar stimmt das und Erwin kann es beweisen. Er besucht für Lina die geheimnisvolle Welt des Bodens und spürt all die Lebewesen auf, die dort ihr Zuhause haben.

Kaum im Boden angekommen, weckt er die schnarchende Zwiebel aus ihrem Sommerschlaf und wird Zeuge eines unerhörten Vorfalls. Und auch sonst hält das unterirdische Reich des Reginald Regenwurm so manche Überraschung für Erwin und Lina bereit. Von Frau Tulipa, Frederike Springschwanz, der Asselbande und vielen anderen erfährt Lina, dass dort unten jedes noch so kleine Lebewesen ein wichtiges Teil einer großen Gemeinschaft ist.

Natürlich hat Lina auch wieder vieles selbst ausprobiert. Sie hat gepflanzt, gegossen und die fleißigen Bodentierchen bei der Arbeit beobachtet. Du kannst wie immer mitmachen.

Altersempfehlung: 6 bis 10 Jahre
ISBN: 9783981875317

Hier findest du eine Leseprobe Reginald Regenwurm und die schnarchende Zwiebel.

Hier geht’s zu den Bodentierchen im Shop

Was machen Bienen eigentlich im Winter?

(*) Wisst ihr, dass bei uns zwar hunderte Bienenarten heimisch sind, aber nur eine einzige Honigbiene lebt? Lina schon, denn sie hat ein Bienenabenteuer erlebt. Erwin, das Büchermännchen, ist für sie vom Herbst in den Sommer geflogen, um herauszufinden, was Bienen im Winter machen. Dabei hat Wolfram Wollbiene, Sandra Sandbiene, Honilda Honigbiene und noch einige andere getroffen. Gemeinsam mit ihnen konnte er für Lina so manches Bienengeheimnis lüften.

Außerdem hat Lina den Bienentanz geübt und Nisthilfen für ihre neuen Freunde gebaut. Du kannst wie immer mitmachen. Und falls du Bienisch lernen willst, Lina zeigt dir, wie es geht.

Altersempfehlung: 6 bis 10 Jahre
ISBN: 9783000557255

Hier findest du eine Leseprobe von Was machen Bienen eigentlich im Winter?

Die Bücher gibt es als Hardcover im Shop oder bei mir direkt (info@miteinander-buecher.de). Als Taschenbuch oder eBook sind sie bei Amazon erhältlich (einfach auf das Cover klicken).

Selbstverständlich kann auch jeder Buchhändler die Hardcover-Bücher für euch bestellen. Die Miteinander-Bücher sind gelistet im Verzeichnis lieferbarer Bücher (VLB).

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Wir sind wieder verlinkt: Der Natur-Donnerstag, Pünktchen und Viktoria, Freutag, Berlinmittemom, Naturkinder, Karminrot, Ein Fachwerkhaus im Grünen und Geborgen Wachsen.

4 Kommentare

  1. Schön erklärt, wir lassen für die Insekten immer die Weintrauben in unserem Gärtchen hängen, wir ernten sie nicht. Auf diese Weise ist der Tisch für Wespen, Hornissen und Fliegen immer gedeckt!
    LG Heidi

  2. Ok guter Tipp allerdings würde ich die Schale mit der Melone etwas weiter wegstellen.Habe doch so eine leichte Wespenphobie.
    LG Mummel

    • Liebe Mummel, etwas Abseits des Tisches ist es wohl am besten. Wenn du aber das andere Ende des Gartens wählst, wird der Bereich, in der dein Tisch steht, wohl weiterhin nach Nahrung abgesucht werden ;)
      Ein schönes Wochenende und wenige Wespen an deinem Tisch
      Liebe Grüße
      Silke

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