Wieso ist das so?

Natur erklärt für Kinder

Baufortschritt am Wespennest

| 6 Kommentare

Wie du vielleicht schon weißt, haben wir zwei Wespennester bei uns entdeckt: Die fleißigen Baumeister – Zwei Wespennester. Heute möchte ich dir zeigen, wie so ein Wespennest überhaupt entsteht. Wespen bauen nämlich anders als wir.

Wenn wir ein Haus bauen, überlegen wir uns, wie viele Menschen in diesem Haus wohnen sollen. Wenn wir wissen, wie viele Zimmer das Haus haben soll, geht es los.

Bei den Wespen ist es anders. Wespen fangen erst einmal klein an. Wenn das Volk wächst, wird um- und angebaut. Als wir unser Nest entdeckt haben, sah es so aus.

Baufortschritt am Wespennest

Ein Wespennest der Mittleren Wespe in unserer Fensternische.

Nach einem Tag hatte es sich schon sehr verändert.

Baufortschritt am Wespennest

Ein Tag nach unserer Entdeckung.

Hier kannst du gut erkennen, dass das Nest schon ein bisschen größer geworden ist. Außerdem sieht man, dass es aus mehreren Schichten aufgebaut ist. Denn Wespennester sind gut gegen Wärme und Kälte isoliert. Dafür bauen die Wespen Lufttaschen an ihre Nester.

Baufortschritt am Wespennest

Die Mittlere Wespe baut gerade an einer Lufttasche.

An so einer Lufttasche baut diese Mittlere Wespe gerade. Die Lufttaschen werden am Schluss verschlossen. Dann wirken sie genauso isoliernd wie unsere Fenster.

Unsere modernen Fenster bestehen immer aus zwei, manchmal sogar drei Scheiben. Die Luft zwischen den Scheiben kann nicht raus und es kommt auch keine Luft rein. Deshalb findet kein Austausch zwischen der warmen oder kalten Luft von Außen statt. Und weil Luft Wärme sehr schlecht leitet, isolieren diese Fenster so gut. Wir nennen diese Scheiben ja sogar Isolierglasscheiben. Wespen wissen das schon länger als wir. Deshalb haben Wespennester solche Isolierlufttaschen.

Hier siehst du wie die Wespe an ihrer Lufttasche arbeitet. Das war übrigens drei Tage nachdem wir das Nest entdeckt haben. Du musst zugeben, das Nest ist noch größer geworden.

Baufortschritt am Wespennest

Das Nest der Mittleren Wespe nach drei Tagen.

Doch warum bauen die Wespen nicht gleich ein größeres Nest? Dann müssten sie nicht ständig daran herumbauen.

Wie ein Wespenstaat entsteht

Stell dir vor, auf einer Baustelle müsste nur ein einziger Mensch ein Haus bauen. Es würde wohl ein sehr kleines Haus werden. Wenn dieser Mensch selbst in dieses Haus einziehen wollte, würde er sich wahrscheinlich denken: ‚Für den Anfang wird das Haus bestimmt reichen. Und wenn meine Familie dann größer wird, kann ich ja immer noch anbauen.‘

Etwa so ist es mit einem Wespennest. Denn die Königin muss anfangs ganz alleine an ihrem Nest bauen. Sie ist im letzten Jahr geboren und hat sich einen Unterschlupf für den Winter gesucht. Als es wärmer wurde ist sie aufgewacht und hat begonnen, sich einen Platz für ein Nest zu suchen. Dann hat sie angefangen zu bauen. Alleine, denn einen Staat hat sie ja noch nicht.

Sie hat die ersten Waben angelegt und in jede Wabe ein Ei gelegt. Die Eier hat sie gewärmt. Nach etwa fünf Tagen sind aus den Eiern Wespenlarven geschlüpft. Die Larven hat die Königin gefüttert. Während sie sich um ihre Brut gekümmert hat, hat sie an ihrem Nest weitergebaut.

Nach noch einmal etwa einer Woche ist die Larve groß und dick geworden und hat sich eingesponnen. Dieses Stadium nennen wir Puppe. Die Larve verpuppt sich zur ausgewachsenen Wespe. Das hat noch einmal etwa zwei Wochen gedauert.

Insgesamt hat es also etwa vier Wochen gedauert, bis die ersten Arbeiterinnen geschlüpft sind. Erst von da an hat die Königin Hilfe und muss nicht mehr alles alleine machen. Wenn genug Arbeiterinnen da sind, kann sie sich aufs Eier legen konzentrieren. Die Arbeiterinnen kümmern sich dann um den Nestbau und um die Brut.

Deshalb dauert es auch ein bisschen, bis das Nest größer wird. Es ist auch bestimmt schon einige Wochen her, dass unsere Königin mit dem Nestbau begonnen hat. Da war es aber wohl noch so klein und unauffällig, dass wir es noch nicht bemerkt haben.

So wächst das Wespennest

Je mehr Arbeiterinnen geboren werden, um so schneller wächst dann auch das Nest. Und bei uns tut sich da einiges. So sah es nach vier Tagen aus.

Baufortschritt am Wespennest

Hier wird gerade wieder an einer Lufttasche gearbeitet.

Und hier kannst du in so eine Lufttasche hineinschauen.

Baufortschritt am Wespennest

Hier kannst du in eine Lufttasche schauen.

Wenn du dieses Bild mit dem Bild ganz oben vergleichst, siehst du, es ist wirklich gewachsen, das Nest. Das war übrigens nach fünf Tagen.

Baufortschritt am Wespennest

Das Nest ist eindeutig gewachsen.

Und so sah es nach fünf Tagen von der Seite aus.

Baufortschritt am Wespennest

Das Nest nach fünf Tagen.

Wenn das Nest außen vergößert wird, bauen die Arbeiterinnen die inneren wieder Wände ab. Das können wir sogar hören, denn dann knuspert es im Nest. Das alte Material wird natürlich wieder verwendet. Kein Tier würde auf die Idee kommen, mühsam gesammeltes Baumaterial einfach wegzuwerfen.

Du möchtest erfahren, wie das Nest weiter wächst? Hier kannst du es nachlesen: Unser Wespennest wächst weiter ‒ Die Mittlere Wespe.

Wespen sind übrigens die ältesten Papierhersteller der Welt. Wusstest du das? Im Beitrag Die fleißigen Baumeister – Zwei Wespennester kannst du es nachlesen.

Wie groß wird ein Wespenstaat?

Wie groß ein Wespenstaat wird, hängt von der Wespenart ab. Dieses Nest ist das Nest der Mittleren Wespe. Die Staaten der Mittleren Wespe bestehen am Ende aus 250 bis 350 Wespen. Das Nest kann in etwa so groß wie ein Fußball werden. Mittlere Wespen bilden also eher kleine Staaten.

Mittlere Wespen sind sehr friedlich und kommen nicht an unseren Tisch. Das gilt übrigens für alle Wespen, deren Nester du sehen kannst.

Es gibt nur zwei Wespenarten, die am Ende des Sommers lästig werden. Das sind die Deutsche Wespe und die Gemeine Wespe. Diese beiden Wespenarten bauen ihre Nester versteckt, in dunklen Hohlräumen oder im Boden. Deren Staaten sind auch sehr viel größer als der der Mittleren Wespe. In einem Staat der Gemeinen Wespe leben 500 bis 7.000 Tiere, in dem der Deutschen Wespe sind es noch mehr, nämlich 1.000 bis 10.000 Tiere.

Wenn du gerne wissen möchtest, wie es mit unserem Wespennest weitergeht, dann schau am besten ab und zu mal wieder vorbei. Ich werde bestimmt weiter berichten.

Kennst du Linas Bücher?

Was machen Bienen eigentlich im Winter? (*)

Buchcover des Buchs "Was machen Bienen eigentlich im Winter?". Es ist ein Buch aus der Reihe "Erwin, Lina und die Wunder der Welt". Wisst ihr, dass bei uns zwar hunderte Bienenarten heimisch sind, aber nur eine einzige Honigbiene lebt? Lina schon, denn sie hat ein Bienenabenteuer erlebt. Erwin, das Büchermännchen, ist für sie vom Herbst in den Sommer geflogen, um herauszufinden, was Bienen im Winter machen. Dabei hat er Wolfram Wollbiene, Sandra Sandbiene, Honilda Honigbiene und noch einige andere getroffen. Gemeinsam haben sie so manches Bienengeheimnis gelüftet.

Außerdem hat Lina den Bienentanz geübt und Nisthilfen für ihre neuen Freunde gebaut. Du kannst wie immer mitmachen. Und falls du Bienisch lernen willst, Lina zeigt dir, wie es geht.

Altersempfehlung: ab 6 Jahre
ISBN: 9783000557255

Hier findest du eine Leseprobe von Was machen Bienen eigentlich im Winter?

Hier geht’s zu den Bienen im Shop

(*) Der Titel ist ein Amazon-Partnerlink

Weitere Miteinander-Bücher sind:

Reginald Regenwurm und die schnarchende Zwiebel (*)

In einer Handvoll gutem Gartenboden, leben mehr Lebewesen, als es Menschen auf der Erde gibt, sagt Erwin. Lina kann es kaum glauben. Ob das wohl stimmt? Klar stimmt das und Erwin kann es beweisen. Er besucht für Lina die geheimnisvolle Welt des Bodens. Ein quirliger Springschwanz, eine redseelige Tulpe und ein brummiger Regenwurm zeigen dir: In unsrem Boden ist was los!

Natürlich hat Lina auch wieder vieles selbst ausprobiert. Sie hat gepflanzt, gegossen und die fleißigen Bodentierchen bei der Arbeit beobachtet. Du kannst wie immer mitmachen.

Altersempfehlung: ab 6 Jahre
ISBN: 9783981875317

Hier findest du eine Leseprobe von Reginald Regenwurm und die schnarchende Zwiebel.

Hier geht’s zu den Bodentierchen im Shop

(*) Der Titel ist ein Amazon-Partnerlink

Lauri Laubfrosch erkundet die Bäume(*)

Lauri Laubfrosch erkundet die Bäume.Lauri Laubfrosch, Rudi Wasserläufer, die Ente Emma und ihre Küken sind Freunde. Sie wohnen am kleinen Teich, mit Rohrkolben und Brombeergebüsch. Dort lauschen sie jeden Abend Lauris kleinem Lied. Also, Rudi, Emma und ihre Küken lauschen. Lauri singt. Doch eines abends bleibt Lauri stumm und seufzt. Wie gerne würde er einmal die richtig großen Bäume kennenlernen. Da wissen Rudi, Emma und ihre Küken, dass sie eine Weile auf Lauri werden verzichten müssen. Denn wenn einer Sehnsucht hat, darf man ihn nicht aufhalten.

Für Lauri Laubfrosch beginnt eine spannende Reise zu den Bäumen in Feld, Wald und Flur. Von ihren Bewohnern erfährt er, was ihren Baum so besonders macht und wie seine Blätter und Früchte aussehen. So weiß er nun auch, dass Tannenzapfen niemals auf den Boden fallen und warum der Schnabel von Fritz Fichtenkreuzschnabel nicht krumm, sondern ein Spezialwerkzeug für Zapfen ist.

Glücklich und zufrieden kehrt Lauri heim. Denn eins ist klar, von all dem, was er gelernt hat, muss Lauri unbedingt seinen Freunden erzählen.

Lauri Laubfrosch erkundet die Bäume ist eine Geschichte über einen mutigen Frosch, der die Bäume dieser Welt kennenlernen möchte.

Altersempfehlung: ab 5 Jahre ISBN: 9783981875324

Hier findest du eine Leseprobe von Lauri Laubfrosch erkundet die Bäume.

Hier geht’s zu Lauri im Shop.

(*) Der Titel ist ein Amazon-Partnerlink

Unsere Miteinander-Bücher

Unsere Miteinander-Bücher gibt es als Hardcover im Shop. Schau doch mal vorbei. Als Taschenbuch oder eBook sind die Bücher bei Amazon erhältlich (einfach auf die Titel klicken). Selbstverständlich kann auch jeder Buchhändler die Hardcover-Bücher für euch bestellen. Die Miteinander-Bücher sind gelistet im Verzeichnis lieferbarer Bücher (VLB).

Wir sind wieder verlinkt: Der Natur-Donnerstag, Freutag, Ein Fachwerkhaus im Grünen.

6 Kommentare

  1. Darf ich offen sein?
    gruselig – mich schüttelt es direkt. Ich habe so eine Angst vor Wespen. Da ist mit Sicherheit die Gemeine Wespe dran schlud.

    Aber auf der anderen Seite habe ich wirklich auch schon diese tollen Wespennester gesehen! und einmal leider eines aus Versehen kaputt gemacht – da hat die Wespenkönigin ihre ersten Larven abgelegt. und ich habe es zerstört. Das hat mir wirklich sehr leid getan – https://zottellotte.blogspot.com/2013/05/wespennetz.html (schon spannend den Bericht von damals noch einmal zu lesen – 6 Jahre ist das her! und noch immer lebhaft in meiner Erinnerung)

    LG
    Zottellotte Sonaj

    • Vielleicht. Ich habe aber die Erfahrung gemacht, dass es hilft, wenn man sich mit den Tierchen beschäftigt. Denn in den meisten Fällen ist diese Angst ja vollkommen unbegründet. Wie oft bist du schon gestochen worden? Und selbst wenn, es tut ein bisschen weh, mehr aber nicht :)
      Liebe Grüße
      Silke

  2. sehr interessant ;)
    danke fürs Zeigen

    liebe Grüße
    Rosi

  3. Solche Beobachtungen sind so faszinierend… Wir leben hier auch mit Deutscher und Gemeiner Wespe in friedlicher Koexistenz. Seit die Hornisse regelmäßig bei uns unterm Dach oder in alten umliegenden Bäumen baut, haben sich diese Wespennester ohnehin reduziert. Oberste Pflicht am Gartentisch ist „Ruhe bewahren“ und mit den Wespen zu teilen, ein winziges Stückchen vom Sonntagsfrühstücksschinken am Tischrand ausgelegt, reicht schon ;-) Wenn kleine Kinder da sind, die zu ängstlich sind oder durch zweifelhafte Vorbilder gelernt haben nach den Tieren zu schlagen, wird drinnen gegessen. Nie werde ich den dreijährigen Jungen vergessen, der, nachdem wir ihm deutlich gemacht hatten, dass er nach den Wespen nicht schlagen darf, bei jedem Insekt, das am Tisch erschien, nachfragte, ob er das denn nun schlagen dürfe… Liebe Grüße Ghislana (und als langjährige Papierschöpferin weiß ich natürlich, dass die Wespen die Erfinder des Papiermachens sind ;-)) Wir haben als Kinder an unserem Holzsommerhäuschen oft das Nestbauen beobachten können, spannend…)

    • Süß, euer Dreijähriger. Kinder nehmen alles sehr wörtlich und dann kommen solche Sachen dabei raus :D
      Mir liegt auch sehr am Herzen zu zeigen, dass Wespe nicht gleich Wespe ist. Und man kann so viel gewinnen, wenn man so etwas beobachten kann. Gerade für Kinder ist das toll. Und dann sehen sie gleich, dass die Wespen gar keine Notiz von uns nehmen – und das Verhalten am Tisch ist dann auch gleich ein anderes :)

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.


%d Bloggern gefällt das: